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Eine Migration von historischer Dimension: Die Integration der Credit Suisse in die UBS

Die Integration der Credit Suisse in die UBS gehört zu den anspruchsvollsten Migrationsvorhaben der Schweizer Finanzindustrie. Nach der Übernahme der Credit Suisse im Jahr 2023 begann ein mehrjähriger Transformationsprozess mit einem zentralen Ziel: die Überführung der Kunden, Bankgeschäfte und Daten auf die UBS-Plattform – bei gleichzeitigem unterbrechungsfreiem Betrieb einer systemrelevanten Bank. UBS selbst bezeichnete die Integration als eine der komplexesten in der Geschichte des Bankwesens.

Allein die Dimension der Schweizer Migration war aussergewöhnlich: Mehr als 1 Million Kunden und rund 95 Petabyte Daten mussten auf die UBS-Plattform überführt werden – laut UBS die grösste je im Rahmen einer Bankenfusion zu integrierende Datenmenge. Gleichzeitig mussten zwei vollständige IT- und Operations-Welten über längere Zeit parallel betrieben werden. Die Migration erfolgte schrittweise in Wellen, während die bestehenden Credit-Suisse-Systeme weiterhin produktiv waren.

Vier besondere Herausforderungen

 Migration in bisher unbekannter Dimension: Die Kombination aus Kundenzahl, Datenvolumen, Anzahl betroffener Applikationen und der Breite des Bankgeschäfts stellte eine neue Grössenordnung dar. Ende 2025 waren bereits 85 % der in der Schweiz gebuchten Konten migriert; insgesamt wurden rund 1’600 Credit-Suisse-Applikationen ausser Betrieb genommen.

 Migration im laufenden Betrieb: Die Herausforderung bestand nicht darin, ein stillgelegtes System zu kopieren, sondern ein produktives Bankensystem in eine ebenfalls hochkritische, laufende Zielumgebung zu überführen. Jeder Migrationsschritt musste deshalb fachlich, technisch und operativ abgesichert werden.

 Parallele Test- und Migrationsläufe: Die Qualitätssicherung erforderte wiederholte Test- und Simulationsläufe über unterschiedliche Umgebungen und Migrationswellen hinweg. Insgesamt wurden im Vorfeld der Schweizer Migration mehr als 80’000 Tests durchgeführt.

 Neue Bankprodukte im Zielsystem: Zusätzlich mussten Produkte und fachliche Konstellationen migriert werden, die in dieser Form im UBS-Zielsystem neu waren. Das erforderte eine enge Abstimmung zwischen Fachbereichen, Expertengruppen, Migration und IT.